Vorgehen

Die Prozesshebel-Methode

Sichtbar machen, priorisieren, umsetzen: So wird aus einem diffusen «wir haben zu viel Administration» eine klare Liste der Stellen, an denen sich Verbesserung zuerst auszahlt.

Der Grundsatz: erst verstehen, dann verbessern

Viele Digitalisierungsprojekte beginnen mit einer Software und suchen danach den passenden Prozess. Ich arbeite umgekehrt: Am Anfang steht die Frage, wo im tatsächlichen Arbeitsalltag Zeit verloren geht – und wodurch. Erst wenn das klar ist, lohnt sich die Frage nach Werkzeugen.

1. Aufnahme der tatsächlichen Abläufe

Die Analyse betrachtet nicht Idealprozesse aus dem Handbuch, sondern den realen Alltag: Wie läuft ein Vorgang wirklich – mit allen Rückfragen, Wartezeiten und Umwegen? Grundlage sind Gespräche mit den Personen, die täglich mit den Prozessen arbeiten, ergänzt um strukturierte Messgrössen.

2. Messung entlang klarer Dimensionen

Für jeden betrachteten Prozessbereich werden dieselben Dimensionen erhoben. So werden Abläufe vergleichbar – und Probleme sichtbar, die im Alltag als «ist halt so» durchgehen:

Bearbeitungszeit

Wie viel aktive Arbeitszeit benötigt ein Vorgang?

Durchlaufzeit

Wie lange dauert es vom Eingang bis zum tatsächlichen Abschluss?

Unterbrechungen

Wie häufig entstehen Rückfragen, fehlende Informationen oder erneute Bearbeitungsschritte?

Übergaben

Zwischen wie vielen Personen, Systemen und externen Beteiligten wechselt ein Vorgang?

Erhoben wird unter anderem:

  • Aktive Bearbeitungszeit
  • Gesamte Durchlaufzeit
  • Häufigkeit von Rückfragen
  • Fehlende oder verspätete Informationen
  • Anzahl von Übergaben
  • Beteiligte Systeme und Kommunikationskanäle
  • Wiederkehrende manuelle Arbeit
  • Subjektiv wahrgenommene Belastung

3. Priorisierung: Wo wirkt Verbesserung überproportional?

Nicht jeder Prozess lohnt den Aufwand einer Veränderung. Aus der Messung entsteht deshalb eine Priorisierung: Welche Abläufe binden am meisten Zeit? Wo ist die Verbesserung am einfachsten? Wo profitieren am meisten Personen?

Das Ergebnis sind Ihre grössten Prozesshebel – die wenigen Stellen, an denen sich der Einsatz zuerst auszahlt. Sie entscheiden auf dieser Grundlage, was angepackt wird.

4. Umsetzung entlang der Hebel

Die Umsetzung folgt der Priorisierung: zuerst Vereinfachung des Ablaufs, dann Automatisierung wiederkehrender Schritte, zuletzt – wo sinnvoll – die Einführung oder Anpassung von Werkzeugen. Toolneutral und herstellerunabhängig: Software wird nach Ihrem Prozess ausgewählt, nicht umgekehrt.

Vertraulichkeit

Alle Angaben aus Gesprächen und Analysen werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Auf Wunsch wird vor Beginn eine Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen.

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